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| Weltmeister |
Rugby WM 2011 in Neuseeland, Neuseeland (die „All blacks“) werden Weltmeister und wir sind dabei. Nicht im Stadion, aber in einer Kneipe in einem 300 Seelen Dorf und feiern mit. Und das nicht einmal isoliert als Touris/Backpacker, sondern wir sehen „viele“ bekannte Gesichter. Die Sanitäterin, die wir nachmittags auf einem Dorffest 2 Ortschaften vorher getroffen hatten spricht uns an und stellt uns ihren Mann vor, der Mechaniker, der uns 5h vor Beginn des Finales eine neue Boardbatterie installiert hatte ist da, die Frau vom Campingplatz freut sich uns zu sehen und die 4 Argentinier, die wir in Indonesien getroffen hatten und mit denen wir bei der Polizei übernachtet haben treffen wir wieder. Letztere leben zurzeit ebenfalls in diesem Dorf. Auf die Frage, warum wir nicht für die Franzosen seien, sie seien schließlich unsere Nachbarn, antworten wir, dass wir die schon im Fußball nicht leiden können, warum sollten wir dann im Rugby zu denen halten? Es war ein tolles Fest und ein besonderes Erlebnis für uns.
| Trommler in Byron Bay |
Aber bleiben wir chronologisch. Byron Bay und Surfers Paradise in Australien haben uns gut gefallen. Es war schön zum Abschluss noch etwas von dem Küsten- und Surfer-Flair aus Australien mit zu nehmen. Das schönste Erlebnis hatten wir in Byron Bay, als wir am späten Nachmittag an den Strand gegangen sind, den Surfern zugeschaut haben, zum Schwimmen war es leider viel zu kalt, die Sonne langsam hinter den Dünen untergegangen ist und sich eine Gruppe Trommler eingefunden hat, nach und nach immer mehr Trommler und Zuhörer dazu kamen und einer mit seiner Trompete dazu gespielt hat. Das hatte etwas Erfüllendes.
An unserem letzten Tag in Australien, in Sydney, haben wir uns eine Führung durch die Oper gegönnt. Das war interessant und hat die Faszination, die dieses Gebäude auf uns ausübt nur verstärkt. Zudem hatten wir das Glück, dass wir die letzten Töne eines Organisten beim Üben auf der gigantischen Orgel im großen Konzertsaal vernehmen durften. So nahm eine intensive, teilweise anstrengende, aber erlebnisreiche und wunderschöne Zeit in Australien ihr Ende.
| Hohe Berge, weite Täler, klare Flüsse, blaue Seen... |
Neuseeland! Rund 44 Millionen Schafe – 10-mal so viele Schafe wie Einwohner. So gerne würde die Judith ein kleines knuffiges Schäfchen mit nach Hause nehmen. Das wäre dann ungefähr Haustier Nummer 10. J Schon beim Flug einmal quer über das Land nach Christchurch waren wir begeistert von der Landschaft, den Schnee bedeckten Bergen, den blauen Seen und den vielen grünen Flächen und Wäldern. So wurden die ersten x-Bilder bereits im Flugzeug geschossen.
| Stellplatz für die 4. Nacht |
Auf der Busfahrt alleine mit dem Busfahrer in die Stadt erzählte er uns, dass es erst gestern das letzte stärkere Nachbeben des großen Bebens im Februar gegeben hätte. Er meinte ungefähr 4,5 auf der Richterskala. Ups! Auf dem Fußweg zu unserer Unterkunft dachten wir, dass es ja schon lustig wäre, das einmal mit zu erleben, aber nur wenn wir wüssten, dass uns nichts passiert. Abends saßen wir im Aufenthaltsraum unserer Unterkunft, Rugby lief im Hintergrund und wir haben uns mit einem Japaner unterhalten. Plötzlich bewegen sich die Wände, es rappelt, man kommt sich vor wie in einem Schuhkarton, an dem außen einer rüttelt und ein paar Sekunden später war alles wieder vorbei. Wow! Der Japaner meinte ganz trocken: „Wenn es wieder kommt, dann müssen wir raus gehen.“ Aha! Wir waren total perplex. So fühlt sich das also an, ein Erdbeben. Später haben wir gelesen, dass dieses (Nach-) Beben mit der Stärke 5,5 angegeben wurde. Das war nicht nur ein bisschen zittern und alles wieder gut, sondern schon etwas mehr. Die Frage wann man eigentlich noch von einem Nachbeben redet und wann es ein eigenständiges Beben ist blieb offen. Für eine besonders ruhige Nacht hat dieses in den Schlaf schaukeln bei uns jedenfalls nicht gesorgt.
| Wir mit unserem "Nomad" |
Gut, dass wir am nächsten Morgen unser neues zu Hause, unseren Campervan, abholen konnten. Da sollten wir vor einstürzenden Dächern und Wänden sicher sein und wir hatten uns so lange schon so sehr auf ihn gefreut. Gleich in den Supermarkt, mal wieder richtig groß einkaufen, den Kühlschrank voll machen, die Rucksäcke auspacken, ohne sie am nächsten Morgen wieder packen zu müssen, den MP3-Player an das Radio anschließen und die Unabhängigkeit und Freiheit in vollen Zügen genießen. Fast 3 Wochen sind wir nun mit unserem „Nomad“ (so heißt er) unterwegs und die Schönheit dieses Landes lässt sich kaum in Worte fassen. Auf jeden Fall hat sich der erste Eindruck aus dem Flugzeug bestätigt. Landschaftlich gefällt uns dieses Land auf der Reise am besten. Fahren, aus dem Fenster schauen und genießen, hier und da anhalten, ein paar Fotos machen oder bei einem kleinen Spaziergang sich die Füße vertreten. Der eine See ist blauer als der andere, immer wieder am Meer entlang fahren, Berg hoch und Berg runter, Kurven ohne Ende, gemalte Landschaften, mit Bergen mit weißen Spitzen im Hintergrund und traumhafte Plätze zum Übernachten.
| Spielen wir Backgammon? |
Immer wieder sind wir auf Campingplätzen, um die Batterie zu laden, den Wassertank aufzufüllen, die Duschen zu benutzen etc. Aber die idyllischsten Nächte haben wir in der Natur, direkt an einem See, oder am Meer verbracht. Da haben wir zwar abends keinen Strom, um den elektrischen Heizer einzuschalten, aber dann kuscheln wir uns in unsere Schlafsäcke, die wir zum Glück noch dabei haben, unter die Decke und schauen bei einem Gläschen Rotwein einen Film auf dem Laptop. Meistens haben wir jedoch vorher schon so lange Backgammon gespielt, dass wir gleich die Äuglein schließen. Backgammon spielen ist nämlich Judiths neue Lieblingsbeschäftigung, das könnte sie Stundenlang spielen, aber nur wenn sie gewinnt. ;-)
Wenn wir nicht fahren oder campen, dann laufen wir ein bisschen durch die Städtchen, durch die wir durch fahren oder machen in einem der vielen Nationalparks eine Wanderung. Wobei der Begriff Städtchen ganz bewusst gewählt ist. Da sind Punkte auf der Karte, bei denen wir uns 10km später fragen, wo denn diese Ortschaft nun war, ob es dieser einzelne Hof im Nirgendwo war und bei größeren Punkten können wir durchaus froh sein, wenn es überhaupt einen Supermarkt gibt und nicht nur einen Tante Emma Laden um wieder ein paar Lebensmittel zu kaufen. Große Städte haben wir noch nicht gesehen. Trotzdem kann es schön sein durch alte Stadtkerne zu laufen, sich die alten britischen Gebäude anzuschauen und sich vorzustellen, wir hier das Leben und Treiben noch vor 150 Jahren ausgesehen hat.
| Bootstour durch den Milford Sound |
Unsere Bootstour am Milford Sound war mit Sicherheit ein Erlebnis der besonderen Art. Wir sind dort früh morgens mit einem Boot von Milford Sound aus durch die Schlucht, nahe an Wasserfällen, Ruheplätzen für Seelöwen und Bergen, die aus dem Wasser heraus rund 1600m empor ragen raus aufs Meer gefahren und auch wieder zurück. Dabei waren wir erneut außerordentlich glücklich, da wir einen Wal gespottet haben. Einer der beiden Kapitäne meinte, dass er seit 1995 hier erst 4 oder 5-mal einen Wal gesehen hat.
| Im Abel Tasman Nationalpark |
Inzwischen sind wir ganz im Norden der Südinsel angekommen, haben gestern einen sehr schönen und guttuenden, knapp 15km langen Spaziergang am Meer entlang durch den Abel Tasman Naturpark gemacht und abends einen Campingplatz gefunden, bei dem es von unserer Tür bis zum Meer bei Flut nur ungefähr 10m sind. Ein Traum! In ein paar Tagen werden wir mit der Fähre durch beeindruckende Fjorde übersetzen und auf der Nordinsel unseren Weg nach Auckland suchen.
Uns ist bewusst, dass neue Blogeinträge in den letzten 2 Monaten selten geworden sind, wir uns persönlich weniger häufig und weniger ausführlich gemeldet haben und noch die eine oder andere Antwort auf Mails und andere Nachrichten aussteht. Bitte versteht das nicht falsch. Der Grund dafür liegt lediglich in der Internetverfügbarkeit und dem Preis dafür sowohl hier in Neuseeland, als auch schon in Australien und auf den Gilis. Bitte habt dafür Verständnis. Wir haben euch nicht vergessen und freuen uns auf jedes einzelne Wiedersehen.
Bis dahin genießen wir die verbleibenden Wochen, wünschen uns, dass die Fortuna weiterhin so erfolgreich spielt (schade, dass wir die Siege nicht live miterleben können, aber wenn das das einzige ist, worüber wir klagen können, dann nenne ich das klagen auf hohem Niveau) und hoffen, dass es Euch ebenfalls gut geht.
Liebe Grüße und 95 olé,
Paul & Judith
PS: Und immer schön in den Rückspiegel schauen!
| Schau nach vorne! |

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