| Auf dem Weg zur Fähre |
Durch traumhafte Landschaft fahren wir nach Picton, schauen von oben vom Berg runter auf das Städtchen und unsere überdimensionale Fähre. Ganz schön imposant, wie ein Lastwagen nach dem anderen dort hinaus fährt und man sich fragt, wo die alle herkommen. Aus Wellington, das ist klar, aber wie passen die alle in dieses Schiff? Die Sonne scheint, wir haben noch eine Stunde bevor wir selber runter in die Stadt und in die Fähre fahren. Die 4,5-stündige Fährfahrt auf die Nordinsel macht Spaß. Gucken, staunen, die Äuglein schließen und später Backgammon spielen.
In Wellington sonntagnachmittags angekommen hat die Touri-Info zu und die Campingplätze sind völlig überteuert. Was nun? Zufällig hatten wir genau vor dem Polizei Hauptgebäude geparkt und Judith geht rein und fragt, ob man hier irgendwo Freedom-Camping machen könne. „You can stay right in front of our door, as long as you are gone by 8a.m. in the morning.” Das überrascht! Überall wird mit Strafen fürs Campen an Stellen an denen es verboten ist, keine Toilette in der Nähe ist etc. gedroht und hier dürfen wir einfach vor der Polizei auf dem Parkplatz stehen bleiben?! Uns wurde noch ein Bereich genannt, an dem abends mehr Leute über Nacht bleiben und wir haben schließlich doch die Aussicht aufs Meer und eine Toilette in der Nähe bevorzugt.
| Nachmittags am Meer |
Wellington hat uns nicht überwältigt, wir sind am nächsten Tag weiter Richtung Norden. Nach der zweiten Nacht auf der Nordinsel haben wir auf dem Strand gefrühstückt. Wie muss man sich das vorstellen? Man kann und darf dort mit dem eigenen Auto auf den Strand fahren. Parallel zum Meer gehalten und Frühstück im Van (aufgrund der Temperaturen) mit toller Aussicht genossen. Genial! Auch die Idee vieler dort ihren Hund hin mit zu nehmen, ihn aus dem Auto raus zu lassen, einmal den Strand hoch und runter fahren, der Hund läuft neben her, dann wieder einladen, fertig ist die Gassirunde.
In der Mitte der Insel hätten wir bei Taupo gerne eine Wanderung durch die Vulkangegend gemacht, aber das Wetter war dieses Mal nicht auf unserer Seite. Schlitten fahren als Alternative fiel flach, als wir die 20m lange absolute Anfängerpiste gesehen haben, auf der wir zu Fuß schneller unten gewesen wären als mit dem Gefährt unterm Hintern. Stattdessen haben wir uns tags drauf den Eintritt in eine der vielen natürlichen Thermen gegönnt. Das Wasser kommt dort mit 70°C aus der Erde und muss erst gekühlt werden, bevor es in die Becken geleitet wird. Für die aktiveren Gäste gab es ein Wasserspiel-Paradies mit einer 3m langen, aber ganz schön schnellen Rutsche. Ich bin so grade eben auf die Füße gesprungen, ohne mir beim Aufrichten den Kopf in der Plastikröhre anzustoßen, als ich gemerkt habe wie gefährlich dieses Ding ist. Judith ist leider auf dem Rücken gelandet, aber ohne größere Verletzungen davon gekommen. Ein, zwei Kratzer und viel Erheiterung für beide!
| In Auckland |
Es folgte die letzte Nacht in der Natur an einem einsamen See im Nirgendwo, zwei Nächte auf einem schönen Campingplatz in Auckland, ein Bummel durch die Stadt bei dem wir uns tatsächlich 24h vor Abflug einen Reiseführer für Fiji gekauft haben und am letzten Abend die Nachricht, dass Judith fürs Referendariat nach Blaubeuren bei Ulm und ich nach Wangen im Allgäu platziert wurden. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Tränen! Ich nehme es vorweg, dass wir auf Fiji mit einigem Aufwand erreichen konnten, dass ich stattdessen in Langenau mein Referendariat absolvieren darf. Nun träumen wir von unserer gemeinsamen Wohnung, nach der wir im Dezember suchen werden. Unser größter Wunsch bei der Bewerbung fürs Referendariat!
| Strand auf Fiji |
In Fiji angekommen checken wir in dem von Bill und Lina, mit dem Satz „Mama is gonna take good care of you“, empfohlenen „Mama’s Tropical of Capricorn“ ein. Eine 73-jährige Powermaschine! Mama steht morgens um 4h auf um den Gästen die um 6h zum Flughafen müssen Frühstück zu machen und kocht noch abends um 20h Uhr für uns Chicken Curry. Cool! Hier konnten wir auch unseren Trip zu zwei der vielen kleinen Insel, die Fiji ausmachen, buchen.
| Unsere Bure |
Wieder 4,5h Fährfahrt, dieses Mal allerdings nur oben auf Deck liegen und das Frühstück drin behalten, da das Teil ganz schön schaukelt und sich dabei üblen Sonnenbrand zuziehen. Waren noch nicht soweit angekommen, dass wir auch daran gedacht haben uns einzucremen, geschweige denn genügend Sonnencreme dabei hatten. Ups! - Anschließend ankommen im Paradies! Leckeres Mittagessen wird serviert, in die Sonne unter Palmen an den Strand legen, ab und an es sich in der Hängematte im Schatten gemütlich machen, Volleyball spielen, schnorcheln gehen und beeindruckende Unterwasserwelt bewundern, lesen, Musik hören, frisch gepflückte Kokosnüsse austrinken und essen, abends tanzen, in kleinen Buren (kleinen Strandhütten) übernachten, die Seele baumeln lassen, Vergangenes verarbeiten, Schlaf und Energie tanken – es sich richtig gut gehen lassen! So sahen die nächsten Tage aus.
| Country Paul! |
| Wie süß! |
Auf der zweiten Insel war alles noch familiärer, herzlicher, romantischer. Am ersten Abend waren wir die einzigen Gäste, es wurde zum Essen Gitarre gespielt und gesungen, der Generator fiel aus, Candlelight dinner, um den Tisch zur Musik tanzen, mit der Petroleumlampe in die Hütte kuscheln gehen. Geht es romantischer? Tagsüber selber etwas über die Saiten streicheln, in die Village gehen, in der die Lokals leben, dort die Haare geschnitten bekommen (Judith hat erneut gerettet, was zu retten war – nächstes Mal nehmen wir selber Kamm und Schere mit!), Sonntags mit in die Village zur Kirche gehen, über die Insel wandern, in türkisblauem Wasser, wie nie zuvor gesehen, baden gehen. Warum nochmal können wir nicht hier bleiben? Seminar Fiji, Schule auf Waya Lailai Island – geht das auch?
Nun sind wir zurück bei „Mama“, waren gestern 3h in Nadi, keine besonders schöne Stadt und in 5h sitzen wir hoffentlich im Flieger nach L.A. Letztes Kapitel dieser Reise: Kalifornien. Wir waren beide schon dort, freuen uns darauf sich an frühere Tage zu erinnern, Neues zu sehen (ich war damals nicht in L.A., wir waren beide noch nicht in San Diego), Bill uns Lina sehen und Thanksgiving mit Bills Familie feiern, San Francisco erneut bewundern und letztendlich uns auf den Weg zurück in die Heimat, zu Euch und in einen neuen Lebensabschnitt zu machen. Wir sind bereit!
| Candlelight dinner |
Ein letztes Mal liebe Grüße von der Südhalbkugel, aus einer Zeitzone aus der wir Euch weit voraus sind, bald hinken wir hinterher (komisches Gefühl – fliegen hier später los, als wir in L.A. landen) und freuen uns wieder mit Euch zur gleichen Zeit am selben Ort zu sein.
Liebe Grüße,
Paul & Judith
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen