Freitag, 2. September 2011

Und wir leben, leben, leben...


… und es geht uns gut und auf dem Weg nach unten genießen wir jeden Tag. :-) Naja, fast! Aber leben tun wir tatsächlich noch und es geht uns auch wirklich gut. Manchmal erleben wir allerdings Momente/Tage in denen es uns weniger gut geht.

Halong Bay
Traumhaft war jedenfalls die Tour nach und durch Halong Bay, die wir uns in Hanoi gegönnt hatten. Auf einer Segeldschunke, die leider Motorbetrieben war, durch diese Bucht mit ihren fast 2000 z.T. felsbrockenartigen Inseln bei Sonnenschein zu fahren, war ein absolutes Highlight. Zwischendurch haben wir eine Tropfsteinhöhle besichtigt, durften 1h mit dem Kanu die Gegend erkunden und abends in der Bucht, in der wir übernachteten, vom Dach des Bootes springen und ein Bad im badewannenwarmen Meer nehmen. Morgens konnten wir vom Bett aus die Gardine zurück ziehen und die Landschaft genießen. Genial! Es folgten eine Wanderung auf Cat Ba im Tropenregen, eine Fahrt nach Monkey’s Island, einer von Affen besiedelten Insel, eine Übernachtung im Hotel und die Rückfahrt mit Schiff und Minibus nach Ha Noi, wo wir 2h später den Nachtbus nach Hoi An über Hue genommen haben.

2 Affen auf Monkey's Island
Hoi An ist ein kleines Strandstädtchen (ca. 120.000 Einwohner), welches insbesondere für seine Schneiderläden bekannt ist. Judith träumte schon vor Beginn der Reise davon, dort eine Winterjacke maßgeschneidert zu bekommen. Nach einem 1,5-stündigen Beratungsgespräch und weiteren 5 Anproben der Jacke war alles so, wie sie sich es wünschte und die Vorfreude auf das Tragen der Jacke ist riesig. Wir haben einen Strandtag eingelegt, mir nebenher eine rote Stoffhose nähen lassen, am zweiten Tag Bill und Lina wieder getroffen, sind durchs Städtchen gebummelt und haben einen weiteren Nachtbus nach Na Thrang genommen.

In Na Thrang haben wir dann wirklich nichts mehr gemacht, außer am Strand zu liegen und es uns gut gehen zu lassen. Eine Pause, die richtig gut getan hat! Und auch das Wetter meinte es nach dem Tropensturm in Ha Noi durchweg gut mit uns. In Na Thrang erlebten wir allerdings am ersten Abend einen 3-stündigen, sintflutartigen Regen, der das Wasser auf der Straße kniehoch stehen ließ, sodass an Essen gehen nicht zu denken war und wir uns von Eis aus dem Hotel ernährten. Sonst blieb es bis heute bei vereinzelten, relativ kurzen Schauern.

Da geht noch was!
Auf der letzten Nachtbusetappe nach Ho Chi Minh City (Saigon) hatten wir zum Abschluss noch eine Panne, verbunden mit einer 4-stündigen Unterbrechung der Fahrt, da irgendetwas mit der Kühlung nicht stimmte. Aber wir sind froh, dass es bei einer Panne blieb. Bei 11.000 Verkehrstoten, der Fahrweise der Leute, dem dichten Verkehr und unglaublichen Überhohlmanövern soll es auch schon andere Zwischenfälle gegeben haben. Auch in Ho Chi Minh City haben wir uns mit Bill und Lina wieder getroffen. Am Tag nach unserer Ankunft haben wir zusammen ein Museum über den Vietnamkrieg besucht und nachmittags 1,5h damit verbracht 1,5Mio. vietnamesische Dong in ca. 72US$ zu wechseln. Das hat wieder Nerven, Kraft und Geduld gefordert. Ich hätte nicht erwartet, dass die Bank, die nachher bereit war uns Dollar zu verkaufen, dazu meinen Reisepass, die Bustickets nach Kambodscha und ein für das Wechseln von Geld vorgesehenes, ausgefülltes Formular braucht. Danach war es höchste Zeit für ein kaltes Bier, um die Gemüter wieder zu beruhigen und wir waren froh und dankbar, dass Bill und Lina uns bei all dem Ärger abermals Beistand geleistet haben.

Angkor Wat
Am darauf folgenden Tag ging es mit dem Bus nach Kambodscha. An der Grenze haben wir uns dieses Mal nicht ein vom Tourguide aufgeschwätztes Visum für 25$ verkaufen lassen, sondern es selbst für 20$ besorgt. Viel mehr als über die gesparten 5$ pro Person haben wir uns über diesen Erfolg gefreut, uns nicht verarschen zu lassen. Das japanische Pärchen (Japan soll ein äußerst ehrliches Land sein) im Bus konnte es kaum fassen, dass sie gerade um 10$ beschissen wurden. 
Spaß mit'm Buddha
Nach 14h Reisezeit sind wir gut in Siem Reap angekommen und nach je 2 frisch gezapften Bierchen für je 0,50€ ins Bett gefallen. Wir haben das gemütliche Städtchen erkundet, Florian Ehrmann (ein guter Studienfreund von mir, der auf seinem Weg nach Seoul war) getroffen, zusammen das beeindruckende Angkor Wat besichtigt und eine gute Zeit gehabt. Florian hat sich eine gefälschte Uhr gekauft, mit der er später auf seinem Flug von Bangkok nach Seoul gleich in die Business-Class durch gewunken wurde, Judith hat sich die Füße massieren lassen, wir haben nachmittags um 16h leckere Cocktails für je 2,50€ geschlürft und die Welt an uns vorbei ziehen lassen. Am 16.8. sind wir zusammen nach Phnom Penh, die Hauptstadt des landschaftlich sehr schönen - leider aber auch eines der ärmsten Länder - Kambodscha, gefahren, um am nächsten Tag unseren Flug nach Kuala Lumpur anzutreten.

von links nach rechts: Florian, Paul, Judith
Twin Towers
Nun sind wir also vom Buddhismus zum Islam gekommen und haben uns eine weitere große Stadt, mit sehr dreckigen Flecken, aber auch schön angelegten Plätzen, angeschaut. In dem Hostel, in dem wir später übernachtet haben, habe ich zunächst 5 Minuten Nachmittagsgebet abgewartet, bevor der wirklich nette Mann an der Rezeption seine Aufmerksamkeit mir zuwendete. Es war eine gute Entscheidung das Beten abzuwarten, denn dieses Hostel war, verglichen mit anderen, eine tolle Unterkunft.  Die Twin-Towers, das indische Essen (Murtabak with Chicken schmeckt super!)  und der „Central Market“ haben uns gut gefallen und der Aufenthalt endete mit dem Besuch der größten Moschee des Landes und einer interessanten Führung. 12.000 Menschen können hier gleichzeitig beten.

Marina Bay
Dann ging es mit dem Zug nach Singapur (ziemlich heruntergekommen, dafür mit Flachbildfernseher und 3 Mal hintereinander dem gleichen Film). Verglichen mit Kuala Lumpur haben sich hier die Preise schnell verdoppelt bis verdreifacht. Gewohnt haben wir in „Little India“, gesprochen haben wir Englisch und einen Abends haben wir chinesisch gegessen – ganz schön Multi-Kulti! Aber wie man es immer hört, es ist eine wirklich saubere Stadt. Top! Der aus der britischen Kolonialzeit angehauchte Stadtkern und Marina Bay waren schöne Orte, die wir zu Fuß erkundet haben und wo wir gerne Pausen eingelegt haben um zu rasten oder um uns die schon teils präpariert Rennstrecke für den Formel 1 GP anzuschauen. Judith hat ihren Schneidezahn (von dem beim Abendessen in Siem Reap plötzlich ein Stückchen abgefallen ist) gerichtet bekommen und von einem Augenarzt ein Antibiotikum bekommen, das die immer wieder auftretende und andauernde Entzündung in ihrem  Auge bekämpfen soll. Inzwischen geht es ihr wesentlich besser! Den letzten Tag haben wir fast ausschließlich im Botanischen Garten verbracht und einfach mal die Ruhe jenseits von Stadt und Sehenswürdigkeiten genossen.

Streetfood und Rollerparkplatz in Yogjakarta
Wir sind inzwischen gut in dem „Drecksloch“ Jakarta angekommen – entschuldigt diesen Ausdruck, aber insbesondere aus Singapur kommend, empfanden wir das wirklich so – bekommen beim Reisen durch ausverkaufte Züge und Busse die Auswirkungen des Endes des Ramadans zu spüren (fast wie in China) und freuen uns, wenn in einem als „clean“ angepriesenen Zimmer die Bettsachen auch wirklich gewaschen sind und im Bad der Schimmel nur an der Decke ist. Wir haben es geschafft ein Zugticket nach Yogjakarta zu bekommen und obwohl dieses wahrscheinlich gefälscht und überteuert war, sind wir hier angekommen. Nebenbei bemerkt: der Zug wurde in Jakarta neu eingesetzt und hatte bei Abfahrt 2h und bei der Ankunft 3,5h Verspätung. Ein freundlicher Mann meinte zu uns, dass sei halt in Indonesien so. Hätten wir doch bloß noch die GS aus Südafrika…

Liebe Grüße aus Yogjakarta, in der Hoffung, dass wir nächstes Mal über schöne Strandtage auf Bali und den Gili Islands berichten können. ;-)
Paul & Judith

PS: Wir freuen uns jederzeit über Kommentare und Anmerkungen zu unseren Berichten. - Hochgeladen haben wir den Bericht nun tatsächlich auf "Gili Trawangan", eine Insel nördlich von Lombok, da wir in Yogjakarta keinen Internetzugang hatten. Strand, Meer, Wetter, Wohnung, Essen ist alles wunderbar und wir genießen die Tage hier im Moment sehr. :-) Bis bald wieder...

2 Kommentare:

  1. Super Bericht! Danke für die Mühe. Klingt Klasse, aber auch anstrengend, was Ihr erlebt!

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  2. Danke für den Kommentar. ;) Ja, so ist es: klasse aber manchmal auch anstrengend. Viel Spaß mit dem neuen Bericht und den Bildern. Grüße aus Surfers Paradise, Paul

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