Diesen hoch philosophischen Ausdruck hören wir derzeit mehrmals täglich in den unterschiedlichsten Situationen. Klassisches Beispiel: auf einem der Märkte verhandelt man mit der Verkäuferin, erhält nicht den gewünschten Preis, beschließt ein paar Stände weiter zu gehen und dort sein Glück zu versuchen. Dann bekommt man oft ein „same same, but different“ zu hören. Die Interpretation ist dem Leser überlassen. Am amüsantesten wird es jedoch dann, wenn man ihn selber verwendet. Andere Situation: man steht im Supermarkt, möchte sich Moskitospray kaufen und findet verschiedene Produkte, die danach aussehen. Nun möchte man sicher gehen, dass man auch das „Richtige“ kauft bzw. was eventuell Unterschiede sind. Nach der Feststellung, dass der oder die Angestellte fast kein Englisch sprechen, kommt von uns die Frage „same same“? Übersetzt so viel wie: ist das das Gleiche wie das? - „Yes!“ – „Different?“ (Gibt es irgendeinen Unterschied?) – „Yes!“ – Ok, wir nehmen den 50:50 Joker. ;-)
| Aussicht auf Chiang Mai |
Aber zurück zu unsere Tour: Chiang Mai war in vielerlei Hinsicht „same same“ wie Bangkok. Seit Tagen ist unser Hauptnahrungsmittel Reis, meist mit Curry oder angebratenem Chicken, auch hier gibt es Märkte und Tempel, permanent wird man mit „Tuk-Tuk?“ angesprochen (Tuk-Tuks sind motorisierte Dreiräder, mit denen man durch die Gegend gefahren werden kann), was so viel bedeutet wie „Hallo, darf ich sie mit meinem Tuk-Tuk irgendwo hin bringen?“, man weiß nie so recht, wem man trauen kann und wer einen gerade über den Tisch zieht, etc… "
| Vollgas! |
„But different“ war hier die Ruhe dieses Städtchens und die Natur drum herum, die wir mit einem wunderschönen Ausflug auf Rollern erkundet haben, die Nähe bzw. der Kontakt zu Einheimischen bzw. Zugezogenen und dass es wesentlich weniger dreckig war, als z.B. in Bangkok. Sauber ist allerdings immer noch anders!
Für die Weiterreise haben wir uns letztendlich ein „Rundumsorglos“-Paket nach Luang Prabang in Laos gebucht. Und es war alles wie immer: same same, but different! J Der Minibus kam viel zu spät, war mit 12 Personen, plus Gepäck und Fahrer rappelvoll (wir saßen ganz hinten und ich hatte nicht einmal genügend Platz um meine Füße nebeneinander auf den Boden zu stellen) und es ging so 6h bis zur Grenze. Abends im Hotel wurde man zur Begrüßung bzgl. des Ausreisestempel, den sie für einen besorgen würden, um 3€ erleichtert. Uns geht es da weniger um die 3€, als dass die Unwissenheit und die Bedürftigkeit respektlos ausgenutzt wurden. Am nächsten Tag hätte man das super für umsonst selber regeln können. Allerdings spätestens in Laos hätte einen der „liebe“ Tourguide nach Strich und Faden beschissen und erneut die Unwissenheit der Reisenden ausgenutzt.
| Auf dem Mekong |
Wir hatten 2 Tage Bootsfahrt mit Übernachtung im Niemandsland in Pakbeng vor uns. Dort sei es total überlaufen, wir sollten doch bei ihm eine Unterkunft buchen, das Schiff braucht ewig und es gibt kein Essen an Board, bla bla bla… Wir haben es auf eigene Faust gemacht und eine gute Unterkunft zum halben Preis gefunden und uns auf dem Schiff versorgen können. Er ist in letzter Sekunde abgesprungen, um den nächsten Touris Angst zu machen und das Geld aus der Tasche zu ziehen, nachdem er uns die angepriesenen nummerierten Sitzplätze nicht zuweisen konnte. Die Sitzgelegenheiten waren Sitzbänke aus Minibussen, die scheinbar wahllos und immer dichter bepackt auf das Boot getragen wurden. Ahoi!
| Bill und Lina |
Dies war ein denkbar schlechter Start für das Land Laos auf unsere Tour. Unterwegs sollten wir jedoch sehr die Natur genießen und sich unsere Gemüter wieder etwas beruhigen. Ich empfand es als interessant zu beobachten, wie sich unter den ungefähr 100 Passagieren eine gewisse Gruppendynamik entwickelte und wir lernten Lina und Bill aus Kalifornien kennen, mit denen wir die nächsten Tage in Luang Prabang zusammen verbracht haben. Leider wurden die Gemüter nach der Ankunft in Luang Prabang schnell wieder erregt, als wir unsere Rucksäcke aus dem Bootsinneren nass zurück erhielten. Aber wir sind heile und ohne Unglück angekommen. Immerhin, soll auch schon anders gewesen sein.
| Spaziergang in Luang Prabang |
Luang Prabang war dann wieder „same same, but different“. J Hier tickt die Uhr am langsamsten, auch dies ist ein Städtchen mitten in der Pampa, außen herum reine Natur unter anderem mit schönen Wasserfällen, täglich Markt, wo man sich zum Frühstück schon ein Sandwich mit Fruit-Shake holen kann und abends nach dem Abendessen noch nen Donut bekommt, ganze Müllsäcke werden einfach auf die Straße geworfen, Roller über Roller, Gehupe, Tempel…
| Hm, Nachtisch! |
Nach langem Hin und Her haben wir beschlossen nach Ha Noi zu fliegen, um Bustouren wie diese http://www.wearesolesisters.com/2011/05/bus-ride-from-hell-crossing-over-from.html zu vermeiden. Bei der Buchung des Tickets im vertrauenerweckendsten Reisebüro wurden wir mit dem Wechselkurs von US-Dollar in laotische KIP (warum auch immer war der Ticketpreis in Dollar und genau den Wechselkurs hatten wir vorher nicht nachgeschaut)leider erneut übers Ohr gehauen. Bis wir anschließend unser Geld von dieser Reisagentur zurück hatten und uns ein anderes Ticket an anderer Stelle besorgt hatten, war der Tag dann auch gegessen.
Nun sind wir in Ha Noi. „Same same, but different!“ Smog wie in Peking, der Straßenverkehr ist noch chaotischer, weshalb ein Fahrverbot für Ausländer besteht. Zitat aus dem Reiseführer: „Staying alive on the streets: most Vietnamese cross the street slowly – very slowly – giving the motorbike drivers sufficient time to judge their position so they can pass on either side. They won’t stop or even slow down, but they will try to avoid hitting you. Just don’t make any sudden moves. Good luck!“ Wir sind wieder in einer dreckigen Großstadt, es gibt Reis oder Nudeln mit Chicken, Märkte, das Übliche eben. Doch was in jedem Städtchen und in jeder Stadt anders ist, ist das eigene Flair. Gestern haben wir uns etwas mit der Geschichte Vietnams und Ha Nois beschäftigt und waren im Gefängnis (Spitzname aus dem Vietnamkrieg: Hilton Ha Noi) und dem Temple of Literature mit Gebäuden aus dem 12. Jahrhundert. Sobald der heraneilende tropische Sturm vorüber ist, wollen wir nach Halong Bay und anschließend in den Süden in Richtung Ho Chi Minh City und Kambodscha.
Wir hoffen, dass wir aus der Vergangenheit und unseren Fehlern gelernt haben und einiges an Erfahrung gewonnen haben. In diesem Sinne: Good Morning Vietnam!
Paul & Judith
Paul & Judith
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen