Mittwoch, 15. Juni 2011

Motorradtour die Erste


R 1200 GS Adventure – Name ist Programm

In unserem letzten Bericht haben wir von unserer Zeit auf dem Zeederberg und in Johannesburg mit Klaus und Sabine berichtet. Der nächste Abschnitt unserer Reise sollte auf der R 1200 GS Adventure einmal quer durchs Land sein. Diesen Motorradurlaub, wie wir es mittlerweile nennen, wollten wir eigentlich freitags starten. Allerdings hatte der Besuch bei Marlene in Hazyview noch einige Nachwirkungen, die wir erst einmal im Bett, auf der Toilette und im Krankenhaus auskurieren mussten. Wir hatten uns irgendwo einen Magen-Darm-Infekt eingefangen und lagen ungewollterweise beide für 3 Tage flach. Nachdem wir also beide mit unerträglichen Magenschmerzen, Erbrechen und Durchfall, einem Krankenhausbesuch (Fazit davon: auf keinen Fall Schmerztabletten einnehmen, nur Buscopan und auch keine Durchfallmedikamente wie Immodium Akut oder Kohletabletten – dies bindet die Bakterien nur auf längere Zeit, aber eigentlich muss der Körper alles Fremde ausspülen, damit man sich wieder erholen kann; also viel trinken und Elektrolyte aufnehmen mit Tee, Cola, Säften o.ä.), genügend Toastbrot, Hühnersuppe und Krankenessen (herzlichen Dank an Sabine) wieder aufgepäppelt waren, konnten wir sonntags nun endlich unsere Reise starten.

Nun folgten 4500 km in 14 Tagen auf dem Motorrad im südafrikanischen Winter. Da soll noch einmal einer sagen, wir seien Warmduscher, Weicheier, Brezelsalzabkratzer oder Kreisverkehrblinker. Wir hatten alles von -5,5°C bis 20°C, Sonnenschein, Regen, Hagel und sogar Schnee, strahlend blauen Himmel, tolle Wolken und dichten Nebel mit Sichtweise bis unter 50 Meter, hatten brandneue geteerte Straßen, Straßen bei denen man Slalom um die Schlaglöcher fahren musste, Dirt Roads, Schotterpisten und sogar eine schneebedeckte Straße, begegneten Affen, Rindern, Schafen, Hunden und anderen Tieren auf der Fahrbahn, hatten Streckenabschnitte, auf denen wir eine halbe Stunde gerade ausgefahren sind ohne Gegenverkehr, schöne geschwungene Landstraßen und Passstraßen, mit Kurven und Kehren im 100 Meter Takt, haben sämtliche BMW Werkstätten auch von innen gesehen, ruhige Tage, heftige Winde von allen Seiten und Sturmböen, die mit unseren Köpfen Pingpong gespielt haben. Wir bekamen 93OZ Benzin, 95er und einmal etwas Undefinierbares wie Petroleum, Diesel oder ähnliches. Gut, dass wir die GS hatten, denn jedes andere Motorrad hätten seinen Dienst sofort verweigert und so konnten wir noch ca. 200km zur nächsten Werkstatt fahren. Zu guter Letzt sind wir auch noch von der Polizei angehalten worden, weil wir 149km/h statt erlaubte 120km/h gefahren sind.  Statt den 500 Rand Bußgeld konnten wir uns aber auf ein kostenloses „Warning“ einigen.

Feels like home :-)
Sonntags machten wir uns also auf den Weg nach Clarens via Heidelberg J, vorbei an Frankfurt und Heilbronn (ja, wir sind eigentlich gar nicht so weit von zu Hause weg…), hatten eine wunderschöne und empfehlenswerte Unterkunft (The Courtyard B&B, Jane and Martin Ball: mezzo.jane@icon.co.za) mit Kamin und beheiztem Bett, was wir auf der Tour noch sehr zu schätzen gelernt haben. Leider sprang am nächsten morgen um viertel vor sieben bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt das Motorrad nicht mir an. Fazit: Batterie tot. Plan: Starthilfe und 20km zurück nach Bethlehem zu BMW. Dort konnte uns eine neue Batterie eingebaut werden, die allerdings erst einmal noch 4h laden musste. Währenddessen waren wir zuerst einmal lekker frühstücken und der Verkäufer von BMW hat uns noch sehr viele hilfreiche Tipps zu unserer Tour gegeben und die südafrikanische Hilfsbereitschaft hatte an diesem Tag wieder ein Stein im Brett. Nichts desto trotz hatten wir an diesem Tag so viel Zeit verloren, dass wir nicht weiter bis Lesotho fahren konnten und uns in Fourriesbourg – 10km von Clarens entfernt - für die Nacht einquartiert haben. Somit hatten wir leider erneut einen Tag verloren, nachdem wir schon den schlechten Start in Johannesburg hatten. Das war BMW die Erste.

Auf dem Weg zu Katse Damm
Dienstags konnten wir nun also endgültig die Grenze zu Lesotho überschreiten. Bei -2°C ging es um Punkt sieben Uhr also wieder los. Nach ca. 15 Minuten konnten wir unseren Ausreisestempel für den Pass abholen, um dann eine Brücke weiter den Einreisestempel für Lesotho zu bekommen. Die Strecke durch Lesotho war wunderschön. Überwältigt waren wir aber nicht nur von der Natur, sondern auch von der Armut, die in diesem Land herrscht. Fast jeder wohnt in einer Lehmhütte und Menschen laufen den ganzen Tag endlose Distanzen, nur um an Ende des Tages Holz gefunden zu haben, damit sie es abends annähernd warm haben. Die Autos, die auf den Schlaglochstraßen verkehren würden in Deutschland nicht mal mehr als Ersatzteillager fungieren. Das Land ist sehr dünn besiedelt und demnach fragt man sich: Haben diese Leute überhaupt einen Beruf? Was machen die Menschen hier den ganzen Tag außer nach Brennholz zu suchen? Nicht selten kam es vor, dass wir Schäfern begegnet sind, die ihre 5-6 Schafe im Land beim Grasen beaufsichtigten. Auch Rinder gibt es dort zu hüten. Eine wie schon gesagt erstaunliche Armut, dennoch aber tragen alle Schulkinder – die natürlich ihren Schulweg über mehrere Kilometer auch zu Fuß zurücklegen – eine Schuluniform und hin und wieder gibt es Lehmhütten mitten im Nirgendwo, die eine Satellitenschüssel auf dem Dach haben. Auch interessant: überwiegend jeder besitzt ein Handy. Man kann sich nun fragen: was nützt mir ein Handy, wenn ich kein Geld habe, damit zu telefonieren? Ganz einfach: man schickt anderen Handybesitzern kostenlos eine SMS mit der eigenen Nummer und der Info, dass diese zurückrufen sollen. Woher diejenigen dann aber das Geld für die Kosten haben wissen wir nicht. Zurück aber zu Lesotho: Gegen neun Uhr haben wir am Fuß des Passes zum Katse Dam eine kleine Pause eingelegt und unsere Finger am Boxermotor gewärmt. Danach ging es für ca. 2h die Passstraße hinauf und hinunter und wieder hinauf und hinunter. Beim ersten Aufstieg – wir erinnern an die schon vorher kalten Finger – sank die Temperatur immer weiter und irgendwann zeigte das Thermometer der GS  nur noch -5,5°C an. Auf der Straße begann das gefrorene Wasser zu funkeln…immer ein Vorteil, wenn man auf dem Zweirad unterwegs ist. Wir waren einige Minuten später wieder sehr froh, als die Sonne uns bei 4°C aufwärmte.
Katse Lodge
Auf dem Weg nach Thaba Tseka
Um 11h auf der Katse Dam Lodge angekommen wärmten wir uns bei einer heißen Schokolade und einem Mittagsessen auf und bewunderten die Landschaft um uns herum, die wir soeben durchfahren hatten. Der Stausee war gigantisch. Auf der anderen Seite kam nur noch ein kleines Rinnsal heraus und mir wurde leicht mulmig beim Gedanken, was passieren würde, wenn dieser Staudamm mal brechen würde. Nun hatten wir zwei Möglichkeiten für unseren Rückweg: Die gleiche Strecke wieder zurück oder über Thaba Tseka nach Maseru und dort über die Grenze. Da wir den ersten Teil wunderbar geschafft hatten und uns gesagt wurde, dass die 60km lange Dirt Road nach Thaba Tseka trocken sei, da es in den letzten Tagen kaum geregnet hätte entschlossen wir uns also für die zweite Option. Alles lief wunderbar. Wir waren nach den geschätzten 1,5h auch in Thaba Tseka, trafen dann auf eine nagelneu asphaltierte Straße und dachten schon bald in Maseru zu sein. Die geteerte Straße ging jedoch von jetzt auf gleich, ohne Vorwarnung in eine Schotterpiste über (gut, dass Paul die Offroad-Trainings bei BMW in Hechlingen gemacht hat), wir fühlten uns Zwischenzeitlich endgültig auf der Weltreise angekommen und haben Fotos gemacht – mitten in der Natur, niemand um uns herum, nur wir zwei, das Bike und die Landschaft. Ein Traum!
Auf Weltreise
Doch dann: die Strecke zog sich und wir waren eben nicht gleich in Maseru. Hatten seit 3h keine Pause mehr gemacht, es wurde kälter, begann zu Regnen und zu Hageln. Die Windschutzscheibe war zwischenzeitlich völlig zugefroren. Nicht dass uns das schon gereicht hätte und wir „nur“ mit etwas Verspätung in Maseru – der nächsten Zivilisation mit Tanke! für die Verhältnisse in Lesotho – ankommen würden, sondern plötzlich begann auch noch das Moped zu zicken. Bei „Gashahn auf“ passierte zunächst nichts, dann gab es plötzlich aber doch Schub. Das ganze auf rutschiger Strecke bei Temperaturen um 0°C war nicht so dolle. Zu guter Letzt begann es auch noch zu schneien und wir sind ein paar Kilometer über eine weiße Fahrbahn geeiert. Und immer wieder, wenn wir über einen Berg waren, dachten wir, gleich müssen wir da sein, aber stattdessen ging es auf der anderen Seite wieder hoch. Normalerweise das Paradies für Motorradfahrer, aber nicht unbedingt bei diesen Umständen. Nach 4h Fahrt ohne Pause haben wir dann doch mal am Straßenrand bei -2°C angehalten und ein bisschen Gymnastik gemacht um uns ein wenig aufzuwärmen. Zu dem Problem mit dem Gas kam hinzu, dass das Motorrad im Leerlauf immer wieder ausgegangen ist und einen Sound gemacht hat, der eher einem russischen Panzer aus dem zweiten Weltkrieg glich, als einem Motorrad. Hatten wir zu wenig Sprit? Keine Ahnung! Wohl haben wir uns jedenfalls nicht mehr gefühlt. Und mitten in Lesotho stranden will man nun wirklich nicht. Endlich erreichten wir in der Dämmerung Maseru und Paul hat als erstes eine Tanke angefahren. Die hatten aber keinen Sprit mehr. Also ging es 100m zurück zu einer No-Name-Tanke. „Bitte einmal mit 95er unleaded auffüllen.“ Kaum hatten wir angehalten war sofort eine riesen Menschentraube um das Motorrad. Wirklich wohl haben wir uns auch da nicht gefühlt. So, Tank war wieder voll und die Probleme mit dem Bike wurden nicht besser, sondern schlimmer. Hatten wir an einer Kreuzung nicht mindestens 2500 Umdrehungen, ist der Motor ausgegangen. Außerdem sind wir beim Fahren eher über die Straße gehüpft wie ein Känguru. Es begann wieder zu Regnen und die Straße die zur Grenze führte war gesperrt – natürlich ohne Umleitungsschild. Also links rum! Hm, war aber falsch. Die Straße führt ins Niemandsland. Es war dunkel, kalt und nass und wir sind abends um 17h in Lesotho nun doch gestrandet. Während Paul aus der Karte auf dem Navi herauszoomen wollte und dabei zunächst nicht passiert ist, hat er fester gedrückt und wie sich später herausstellen sollte, dabei das Touchscreen zerstört. Glückwunsch! Hatten zum Glück den Zielort in Südafrika schon eingegeben. Haben dann jemanden nach dem Weg gefragt und kamen in dichtem Verkehr mit Stau – wohl gemerkt waren wir mit Abstand lauter als jeder Laster oder Traktor – irgendwie an der Grenze an. Einzeln zur Passstelle in Lesotho, weil gleich so viele Leute um das Moped standen, und einzeln in Südafrika. Danach sind wir nach Ladybrand gefahren und gegen kurz vor 18h hatten wir zumindest ein Bett, ein Dach überm Kopf, eine heiße Badewanne und einen warmen Tee. Vom Tag vorher hatten wir noch ein Bier und ein paar Chips und mal wieder in einem saukalten Zimmer ein Bett mit beheizter Matratze. So langsam realisierten wir, was wir heute erlebt hatten und viel Glück wir hatten, dass wir in diesem Moment gesund und zusammen in einem Hostel waren und nicht wer weiß wo… Paul konnte es nicht fassen, zu was der Mensch in der Lage zu leisten ist, wenn er keine andere Möglichkeit sieht. Knapp 6h auf dem Bike, ohne wirklich Pause oder Entspannung, stattdessen diese Straßen- und Wetterverhältnisse. Dies ist also unsere „Lesotho- Story“. Unglaublich!

Mittwochs morgens ging es also erst einmal 140km in Richtung Westen nach Bloemfontain zu BMW. Wir genossen ein weiteres Mal die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier in Südafrika. Sofort wurde das Motorrad untersucht und wir konnten zwei Stunden später (gegen 14h) weiterfahren. Fazit: Diesel, Petroleum oder sonst was im Tank, zwei neue Zündkerzen und ein nicht mehr funktionierender Sensor für den Gashahn plus ein gewaschenes Motorrad. Wir glaubten nun wirklich daran, dass Klaus recht behalten sollte mit seiner Rechnung: Gesamtpech - gehabtes Pech = Restpech (geht gegen Null für uns).  Heutiges Ziel: Graaf-Reinet, noch 400km. Auf dieser Fahrt haben wir die endlosen Weiten dieses Landes so richtig kennen gelernt. Geradeaus so weit das Auge schauen kann und zwischenzeitlich nur alle 30 Minuten ein entgegenkommendes Fahrzeug. Gegen 18h angekommen konnten wir unser Zimmer in einem B&B beziehen, das wir von unterwegs schon reserviert hatten. Die Hausherrin, schon etwas älteren Baujahrs, war sehr nett und hilfsbereit, ihr Mann sturzbesoffen, aber auch hilfsbereit. Er hat uns ca. 10 Mal erklärt, wo wir Kaffee und Tee für das Frühstück finden. Alles in allem zwar schon nett, aber es macht einen merkwürdigen Eindruck seine Gäste mit Glühstrom zu empfangen.

Valley Of Desolation
Nach dem Aufwachen am nächsten morgen erzählte Judith von ihrem Traum: „Ich habe geträumt wir wären heute 160 km/h gefahren und dann geblitzt worden“. Der Tag begann traumhaft mit einem Besuch im „Valley of desolation“, dem Tal der Verlassenheit. Anschließend machten wir uns auf den Weg in Richtung Oudtshoorn. Natürlich hatten wir immer Straßenkarten dabei, aber mit Navi fährt es sich schon einfacher….wenn denn das Display keinen Riss direkt über dem „O“ bekommen hätte. An diesem Tag sollten Träume wahr werden. Keine weiteren 60 Minuten auf dem Motorrad steht auf einer langen Geraden ca. 500 Meter vor uns ein Mann in blau mitten auf der Fahrbahn und winkt und an den Straßenrand. Da hatte sich die Polizei doch dreisterweise im Gebüsch eines Parkplatzes versteckt und uns mit der Laserpistole geschnappt. Was nun? „We caught you with 149. Can we please see your driver’s license? (Einige Sekunden vergingen bis der gute Mann bemerkte, dass wir aus Deutschland kommen.) „When are you going back to Germany? – In december – So when do you think you will pay? – We don’t even know how this works. What do we have to pay? – It’s 500 Rand. – 500? We don’t have that much money with us. – That’s why I am asking when you will pay before I start writing the ticket. (kurze Pause…) Well I will just give you a warning for now, but you must not speed!” So konnten wir uns also auf eine kostenlose Verwarnung einigen. Die Mittagspause legten wir in einer dieser Picknickbuchten ein, in denen die Polizei sich also so gerne tarnt. Es war wunderschön um uns herum. Gelegentlich fuhr ein Auto vorbei, die Landschaft war herrlich, die Sonne scheinte und uns ging es gut. Bis Judith feststellte, dass eine Speiche am Hinterrad fehlte.
Pause!
Bei genauerer Betrachtung fiel Paul auf, dass auch die Verbindungsstange der beiden seitlichen Gepäckträger fehlte. Wie kann das sein? Das ließ sich zu diesem Zeitpunkt nicht klären, feststand nur, dass wir einen weiteren Besuch bei BMW einlegen müssten, konnten aber unsere Reise die nächsten Tage zumindest wie geplant fortsetzen. Nachmittags erreichten wir Oudtshoorn und besichtigen noch eine Straußenfarm. Es war ein beeindruckendes Erlebnis diesen Tieren gegenüberzustehen und sie sogar anfassen zu dürfen. Quick fact: Ein Strauß nutzt seine Zehennägel, um sich zu verteidigen und kann einen Menschen im Ernstfall von der Stirn bis zum Bauch aufschlitzen. Diese über 2,50m großen Vögel legen Eier, die der Größe von 24 Hühnereiern entsprechen und die bis zu 120kg Gewicht aushalten. Strauße sind allerdings auch sehr dumme Vögel. Wenn man ihnen eine Tüte über den Kopf stülpt (so wie es auf dieser Show Farm gemacht wurde, um die Anatomie des Tieres zu erklären), meinen diese, dass man sie nicht mehr sieht, weil sie einen ja auch nicht mehr sehen können. Das typische Kleinkind „Such-mich“ Prinzip also.
Abends haben wir im Hostel lekker gekocht und uns mit anderen Backpackern am Lagerfeuer unterhalten.

Freitags schwungen wir uns wieder früh morgens auf das Motorrad, da wir den Swartbergpass noch fahren wollten. Dies war ein wunderschöner Start des hiesigen Tages. Wir fuhren zunächst durch ein Tal, das unmittelbar auf beiden Seiten von steilen Felswänden umgeben war. Mittendurch führte eine schön geschwungene Straße, auf denen sogar die Affen frühstückten. Auf einer Hochebene angekommen genossen wir zunächst die warmen Sonnenstrahlen und dann je ein Stück Schwarzwälderkirschtorte und hausgemachten Käsekuchen in Prince Albert im nobelsten Hotel des Ortes, wie wir erst später feststellten. Anschließend ging es auf den Swartbergpass, wieder eine Dirt Road und zum Teil Kieselsteinen, großen Steinen auf der Fahrbahn und von Schönheit kaum zu überbieten. Auf ca. 30km begegneten uns lediglich 2 Autos, wir waren mitten in der Natur und mit einer Kurve nach der anderen und zum Teil sehr engen Kehren schlängelte sich die Straße den Berg hinauf. Wer die alte St. Gotthardstraße mit den Ziegelsteinmäuerchen an der Seite kennt, kann sich diese ähnlich vorstellen, nur als Dirt Road und ohne Verkehr und Tourismus an der Passspitze.
Swaartbergpass
Dort haben wir „Passfotos“ gemacht und sind eine ähnlich gigantische Schotter bzw. Dirt Road wieder hinuntergefahren. Dabei sah Paul ein Nummernschild auf dem Weg liegen und fragte, ob wir dieses in unsere Sammlung mit aufnehmen wollen. Auf dem Weg zurück dachte er noch: „Wenn jetzt was passiert…“ und als wir es aufgehoben hatten und ein zweites Mal auf dieser engen, unbefestigten Straße wenden mussten, glitt die GS zwischen seinen Beinen zu Boden. Judith hörte nur noch „Scheiße, scheiße, scheiße“. Zusammen haben wir das vollbepackte Motorrad wieder aufgehoben und konnten Gott sei Dank „nur“ ein paar Kratzer am Motorschutz feststellen. Unser Tagesziel war Stellenbosch.
Ronnies Sex Shop von außen
Ronnies Sex Shop von innen
Dorthin gelangen wir über die Route 62, die südafrikanische Route 66. Erneut bot uns das Land eine traumhafte Landschaft, wesentlich kurvenreicher als die Tage zuvor und mitten im Nirgendwo „Ronnie’s Sex Shop“. Es war fantastisch! – das Gespräch mit dem englischen Motorradfahrer und dieses außergewöhnliche Pub mit jeder Menge weiblicher Reizwäsche an der Decke. Kurz vor Stellenbosch taten sich noch einmal zwei herrliche Pässe vor uns auf und auf der letzten Talfahrt fuhren wir dem Sonnenuntergang entgegen. Die Unterkunft in Stellenbosch ernüchterte uns dann leider wieder, aber wir hatten einen tollen Tag und 660km zurückgelegt.

Next Stop: Kapstadt…

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