| Warten auf den Shuttle in Ubud |
Pack Deine Sachen und mach Dich auf den Weg, weil Du nur einmal lebst. Ah ha ha…
Suche Dir 5 oder 6 T-Shirts aus Deinem riesigen Stapel aus, wähle eine Jeans, 2-3 Pullover… Nicht in erster Linie Deine Lieblingsklamotten, sondern achte vor allem auf die Funktionalität. Nimm Abschied von Deinem Bett, Deinem Zimmer, Deinen Freunden, Verwandten und Familie, Deinem Umfeld, Deinem Alltag, von so vielem Dir Vertrauten und Gewohntem. Lass Dich auf etwas ganz Neues ein, ohne genau zu wissen was das ist. So in etwa begann diese Reise im Vorfeld für mich.
Die Abenteuerlust und der Erlebnishunger, die Sehnsucht nach einer Pause und nach Abstand von Uni, Referendariat und dem Alltag mit all seinen Herausforderungen ließ mich aufbrechen zu der Reise meines Lebens.
| Frieren bei der Auffahrt zum Kaatse Dam |
Immer wieder dachte ich unterwegs darüber nach, was ich auf die Frage „Wie war’s?“, „Hat es sich gelohnt?“ oder „Würdest du es wieder machen?“ antworten würde. Kurz könnte man die beiden letzten Fragen mit „Ja!“ beantworten. Aber was bringe ich aus dieser Zeit mit, wenn es nicht die großen, teuren Geschenke aus entfernten Ländern sind, wenn es nicht die „Urlaubs“-Fotos und Videos sind, auf die es ankommt?
Ich bringe jede Menge Erinnerungen an diese Reise mit. Geschichten, die ich zu erzählen habe, die Erlebnisse, die wir in so vielfältiger Form in dieser Zeit hatten, Erinnerungen an ganz besondere, berührende Momente. Ich denke dabei z.B. an die Motorradtour durch Lesotho. Rückblickend immer noch unbegreiflich, dass wir aus dieser Nummer so heile heraus gegangen sind. An den Moment in Doha am Flughafen, umgeben von lauter Chinesen, die mit uns nachts auf den Flug nach Peking warteten. Angekommen in der Fremde! Ich denke an 11 Wochen Asien. 11 Wochen in völlig fremden Kulturen. Nicht nach 2 Wochen China-Urlaub zurück in die Heimat fliegen, sondern von einem Land ins nächste zu reisen und so viel Neues auf sich wirken zu lassen. Es sind Träume, die in Erfüllung gegangen sind, als ich z.B. in Australien am Ayers Rock war oder vor der Sydney Oper stand. Sehr emotionale Momente. 30 Tage auf engstem Raum in unserem Campervan in fast absoluter Zweisamkeit, in denen wir Freiheit und Landschaft pur genossen haben, tragen ebenfalls dazu bei. Es sind die Strandurlaubserholungstage auf Fiji, auf die ich mich so lange gefreut habe, ebenso wie wieder zurück nach Kalifornien zu gehen, wo ich mit 16 Jahren ein halbes Jahr gelebt habe. Erinnerungen aufleben lassen und Neues dort zu entdecken.
| Auf dem Ayers Rock |
Außerdem ist es ist eine Veränderung, die diese Reise mit diesen Erinnerungen in mir bewirkt. Ich sehe mich nach wie vor als den Paul, wie ihr ihn kennt, aber ich fühle mich anders. Ich fühle mich reicher an Lebenserfahrung, die von ganz anderer Art ist, als die, die ich bisher gesammelt habe und als die, die ich nach dieser Reise mit Beginn des Berufslebens wahrscheinlich sammeln werde. Ein Projekt dieser Dimension erfolgreich zu beenden, verändert. Die Impulse und Anregungen, die ich in fernen Ländern und Kulturen aufgenommen haben, arbeiten in mir. Sich selber mit den eigenen Sitten, Gewohnheiten, Denk- und Handelsweisen immer wieder in Frage zu stellen, bewirkt in mir eine Entwicklung. Es gab so viele Anstöße neu über Fragen wie „Wer, was und wie möchte ich gerne sein?“ nachzudenken. 200 Tage, 24h am Tag immer an der Seite derselben Person zu sein, hinterlässt seine Spuren.
Ich kann heute schon sagen, dass diese Reise ein absoluter Gewinn für mich war. Ich freue mich, die Möglichkeit gehabt zu haben, mir diese Auszeit zu nehmen, erholt, gereift und gestärkt zurück zu kommen und für mich persönlich unbeschreiblich viel aus dieser Zeit mit zu nehmen. Danke an all diejenigen, die mich bei und auf dieser Reise in irgendeiner Form unterstützt haben.
| Bei Bills Eltern |
Ein großer Dank geht ebenfalls an Judith, deren Idee es war nach dem Studium eine Weltreise zu unternehmen, die mich „mitgenommen“ hat und mit mir sämtliche schwierige Situationen auf dieser Reise gemeistert hat und mit der ich die unzähligen schönen Momente gemeinsam genießen konnte. Es ist etwas sehr Wertvolles, so einen wunderbaren Menschen an seiner Seite zu haben.
In ein paar Stunden heißt es zum letzten Mal einchecken, Freibier im Flieger, Jetlag mit Kaffee besiegen, Rucksack auspacken und dann wieder ankommen - zu Hause. :-) Ich freue mich auf Euch!
Ein dickes Danke und liebe Grüße,
Euer Paul
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